Liebesrausch

Freundin K. sagte es nebenbei, für sie war es nur eine Randnotiz während eines nachmittäglichen Plauschs, doch seitdem kreist dieser Satz von ihr, dass sie ihren Sohn für all die Streitereien, für sein Unbequem und Schwierig sein danke, denn dadurch sei sie gereift und stärker geworden, wie ein Mond ohne Planeten in meinen Gedanken.

Foto: dawnzy58

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Abendliches Gebrüll wenn die Schlafenszeit naht, auf den Boden werfen, gegen (m)ein Scheinbein treten, NEIN in drei Oktaven brüllen, das alles soll mich stärker machen?
Vielleicht, aber ich verzichte gerne darauf, so wie ich auch auf Bungee- Jumping, Marathonläufe oder Fallschirmsprünge verzichten kann.
Aber ab heute wird alles anders, denn im Augenblick sind meine Töchter zuckersüß, so dass ich sie andauernd knuddeln könnte, was ich auch mache, aber meistens werde ich mit einem genervten „Lass das Mama” unsanft in die Realität zurückgeholt.
Ich finde meine Töchter so entzückend, dass ich mich manchmal wundere, warum die Welt wegen ihnen nicht stehenbleibt.
Die meisten Frauen mutieren ja innerhalb von Sekunden beim Anblick eines Babys zu sabbernden Wesen mit geringem Wortschatz. Eine Testreihe der Münsteraner Neurowissenschaftler Melanie Glocker und Norbert Sachser die sie zusammen mit US-Kollegen der Universität Pennsylvania durchgeführt haben, spricht uns nun von aller Schuld für dieses Verhalten frei. Wir können gar nicht anders. Die Forscherinnen und Forscher haben die Auswirkungen des Kindchenschemas auf das weibliche Gehirn untersucht und herausgefunden, dass das Kindchenschema das Belohnungszentrum im weiblichen Gehirn anspricht, also genau die Region wo auch Drogen wirken, was das Sabbern und den eingeschränkten Wortschatz erklärt.

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