Ich mache alles, wirklich alles, um die drei Fragen, die mir die Fünfjährige gestellt hat, nicht beantworten zu müssen. So habe ich heute demonstrativ meine Tasche genommen und sie vor meinen Töchtern ausgeleert, also nicht nur schnell, schnell ausgeräumt, sonder auf den Kopf gestellt und alles auf den Tisch fallen lassen und dabei ganz wichtig erklärt, dass Mama den ganzen Tag auf, -um, abräumt und deswegen keine Zeit für die drei Fragen hat. Aber das hätte ich besser bleiben lassen sollen, denn als ich mir den Haufen, der sich auf dem Tisch neben der Tasche auftürmte, so anschaute, musste ich gestehen: Ordnung ist nicht meines.
Neben dem Mobiltelefon, dem Schlüssel und der Geldtasche waren noch ein angeknabbertes Reiskeks, zwei Zündhölzer, vier Kugelschreiber, ein Schneckenhaus, zwölf Kassenzettel diverser Supermärkte, Reste von Brezeln, Maischips und Orangenkeksen und eine zerknitterte Notiz über eine Studie der Organisation „Save the children”, die hat 43 Länder auf die aktuellen Lebensbedingungen von Müttern und Kindern untersucht, wichtige Kriterien waren dabei Schuldbildung, Geld und Kinderbetreuung, Österreich schaffte es übrigens auf den 25. Platz und Schweden war wieder einmal Sieger, drei Visitkarten, sieben Kundekarten und vier Katzenpickerln.
Ja, die könnt ihr haben Kinder, aber kratzt vorher bitte die Schokolade- und Kaugummireste weg und ich überlege mir nun Antworten für die drei Fragen und das Ordnung machen überlasse ich denen, die es können: Meinen Töchtern.

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