Warum?

Eine Freundin von mir verriet mir, während meiner ersten Schwangerschaft, eines dieser Geheimnisse über Kindererziehung, die in keinem Ratgeber zu finden sind.
„Stelle dich blöd!” lautete ihre einfache Regel.
„Wenn dein Kind etwas von dir wissen will, und sei es nur, wie viele Tage eine Woche hat, zucke mit den Achseln, wiederhole stereotyp den Satz: „Weiß nicht, frag` doch den Papa.” und wende dich wieder deinem Buch zu. Spätestens nach dem fünften Mal wird es gleich zum Vater gehen. Wenn dein Kind will, dass du ihm ein aufwändiges Essen bereitest, dann sage nicht „Nein” sondern bemühe dich, es so wenig schmackhaft wie möglich zu machen. Wenn es sich beschwert, dass das Essen ungenießbar sei, antworte ihm, dass der Papa weeeeeeeeeeit besser als die Mama kochen kann. Wenn dein Kind mit dir etwas Langweiliges spielen will, stelle dich ungeschickt an und flüstere dann dem Kind, dass der Papa dieses Spiel gaaaaaanz, gaaaaaaanz toll kann und es sicher gaaaaanz, gaaaaanz gerne stundenlang mit wiederholen würde.
Diese Freundin ist eine weise Frau und ich bin eine unverbesserliche Streberin. Ich habe es nämlich nicht geschafft, ihren Rat anzunehmen, sondern briet eifrig die Lieblingsessen meiner Töchter, dachte mir Spiele aus und stürzte mich mit Begeisterung auf jedes „Warum ist das so?” und nun muss ich bis morgen Früh drei Fragen der Fünfjährigen beantworten.

Foto: AdmlCrunch

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Frage 1: Warum machst du im Haushalt weit mehr als der Papa?

Frage 2: Warum haben Kassiererinnen lange Fingernägel?

Frage 3: Warum kaufst du mir so viele Schlecker, die sind doch schlecht für die Zähne?

Das habe ich nun davon, dass ich so gerne gescheit bin.

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