Die Vierjährige ist fünf

In der Nacht ist bei uns immer etwas los, spätestens um 23 Uhr beginnt die Völkerwanderung zum elterlichen Schlafzimmer die um 2 Uhr abgeschlossen ist und zwischen 3 und 4 Uhr beginnt die Frühvorstellung der Einjährigen, die seit ein paar Monaten regelmäßig im Schlaf spricht. Manchmal sagt sie einfach nur „Wabblappen” (Waschlappen) oder sie schluchzt „Keine Schokolade mehr da!”, danach kehrt wieder Ruhe ein. Doch seit einer Woche ist die Vierjährige fünf und mit ihrem Geburtstag änderten sich auch die nächtlichen Rituale.

Foto: Kevin

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Sie ruft nicht mehr laut „Mama haben!” und wartet dann geduldig mit ihrem Kuscheltier und ihrer Nackenrolle bis ich sie abhole, nein, sie wacht erst auf, wenn es draußen dämmert, macht sich dann, circa um halb sechs, auf den Weg, schlüpft unter meine Decke und weckt mich schließlich auf, um mir mitzuteilen, dass sie nun da ist. Außer sich vor lauter Aufregung über so viel Selbstständigkeit ist bei ihr an Schlaf nicht mehr zu denken. Und bei mir leider auch nicht, was sich beträchtlich auf meine Augenringe und meine Laune auswirkt.
Die Vierjährige ist nun also fünf, und weise wie eine Achtjährige. Während wir heute Gänseblümchen köpften um sie zu trocknen und daraus einen Hustensaft zu machen, überraschte sie mich mit folgender Feststellung.
„Ich werde nie Kinder haben.”, sagte sie mit voller Überzeugung.
„Warum denn nicht?”, fragte ich.
Die Fünfjährige zuckte mit den Achseln und meinte nur:„Weil Kinder so viel Arbeit sind.”
Recht hat sie, aber von mir hat sie diese Weisheit nicht, Ehrenwort, denn schließlich will ich Großmutter werden, schon aus dem einen Grund um, spätestens bei der ersten Trotzphase ihres Kindes, trocken anmerken zu können: „Jetzt siehst du wie das ist!”

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