Ein gutes Gefühl

In den Nachkriegsjahren wurde der Großteil der Kinder nach dem autoritären Stil erzogen, mit den 68ern kam die antiautoritäre Erziehung, bei manchen mehr, bei manchen weniger, in Mode und derzeit wird viel vom partnerschaftlichen Erziehungsstil, bei dem alle Familienmitglieder gleichwertig sind, gesprochen. Die Art und Weise wie Kinder erzogen werden, ändert sich dauernd und stetig, aber eines bleibt immer gleich: wenn Kinder unangenehm auffallen ist die Mutter schuld. Als Kinder noch kuschen mussten, galten die Mütter von denen, die es doch nicht taten als zu weich, zu weiblich eben. Zwanzig Jahre später wurden sie, wenn ihre Kinder kuschten, als zu streng getadelt. Und heutzutage ist die Mutter für alles und jeden einfach ZU WENIG. Zu wenig streng, zu wenig konsequent, zu wenig zuhörend, zu wenig diszipliniert…..
Hah, mir doch egal, auf mich trifft kein einziges ZU mehr zu, denn die Vierjährige hat die Erziehung der Einjährigen übernommen.
Als einer ihrer wichtigsten Aufgaben sieht sie die Wissensübermittlung der korrekten Aussprache von wichtigen Dingen; wie Radischen zum Beispiel.

Foto: gonemissing

Foto: gonemissing

Vierjährige: Sag Radischen
Einjährige: Raden
Vierjährige: NEIN! RA-DIS-CHEN
Einjährige: (voll konzentriert ) RAD-EN
Vierjährige: Ist doch ganz einfach: RA-DIS-CHEN
Einjährige: Raden
Vierjährige: So geht das nicht!!!!!!
Oja, das geht so und zwar stundenlang, nach den Radischen, oder Raden wie die Einjährige nach wie vor sagt, lernt sie ihr noch das Wort Winkilnger, zu denen die Einjährige vollkommen korrekt Wikinger sagt, was ihr die Vierjährigen konsequent immer wieder in Winkilnger ausbessert und im Augenblick üben sie gemeinsam Zicke-Zacke Mäusedacke.
Aber ich bin unschuldig und das ist ein gutes Gefühl.

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1 Kommentar zu “Ein gutes Gefühl”


  1. 1 Sigrid

    Das erinnert mich an Armins hartnäckige “Quetschbe”, die durch brüderlichen Rat dann zur “Pflaume” wurde…
    LG S.

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