Ich weiß, Schadenfreude gehört nicht zu den edlen Gefühlen, trotzdem: Ätschi-Bätsch, Ätschi-Bätsch und noch mal Ätschi-Bätsch.
Nachdem ich, und nur ich und sonst niemand, nun zwei Jahre von der Vierjährigen abwechselnd blöd, doof und dumm genannt worden bin und das am liebsten vor Publikum, so dass mich Freundinnen vorsichtig, aber sehr interessiert fragten, wie es sich für mich anfühle von der eigenen Tochter emotional zurück gestoßen zu werden, und ich nur antworten konnte: „Nicht gut, gar nicht gut.”, passierte gestern ein Wunder.
Nachdem nun zwei Jahre der erwachsene Teil meines Gehirns rational zu argumentieren versuchte: „Es ist ein Kind, es meint es nicht so, die Vierjährige findet nicht dich blöd sondern deine Taten oder deine Macht über sie.”, der kindliche Teil meines Gehirns eine Weisheit, die die Vierjährige aus dem Kindergarten gebracht hatte, zitierte: „Alles was man sagt ist man selber, sagt die Tante Helga” und der mütterliche Teil anklagte: „Ich habe dich unter Schmerzen geboren (na gut ich habe ein Spritze dagegen bekommen, aber das braucht die Vierjährige ja nicht zu wissen), ich habe es nicht verdient so behandelt zu werden”, hat sich das Problem von doof, dumm und blöd auf einmal von alleine gelöst. Zumindest für mich.
Gestern war nämlich ihr Papa an der Reihe dumm genannt zu werden, und das gleich dreimal innerhalb von fünf Stunden.
Ich habe mich den ganzen Tag über ungewöhnlich still und passiv verhalten, um keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, denn eines habe ich in den vergangenen zwei Jahren gelernt, der Zorn einer Vierjährigen kommt schnell, trifft einen unerwartet und ist selten gerecht.

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