In der Nacht nach der Geburt meiner ersten Tochter konnte ich vor Aufregung nicht schlafen, das Wetter war ungewöhnlich mild und ich ging auf den Balkon. Ein Fönwind wärmte mich, ich betrachtete die Bäume im Mondlicht, die Blumen auf der Wiese und die morschen Bänke im Garten. Als ich das alles sah, stiegen mir Tränen der Rührung in die Augen.
„Du bist nun Mutter!”, dachte ich mir.

Foto: mamamission
„Nichts ist so wie früher!”, flüsterte ich mir schließlich bedeutungsvoll zu und ging zurück in das Zimmer um mein Kind beim Schlafen zu beobachten.
Danach kamen die Veränderungen unabwendbar und unaufhörlich auf mich zu: 24 Stunden Bereitschaft, Augenringe, nie-mehr-wieder-flach-Bauch….und mit dem Kindergarteneintritt meiner älteren Tochter bin ich sogar zur Adeligen geworden, mit einem Kinderwagen als Kutsche und einem Sponge -Bob als Krone. Meinen bürgerlichen Namen musste ich ablegen, dafür bekam ich von den Kindergartenkollegen der Tochter ein VON verliehen, „Mama VON Einjähriger” oder „Mama VON Vierjährige” werde ich nun abwechselnd gerufen.
Aber das ist noch nicht alles.
Durch meine Töchter habe ich viele neue Fähigkeiten erworben. Ich kann am Geruch des Lulus in der Windel erkennen, ob die Einjährige Fieber hat, ich kann gleichzeitig, Barbababas zeichnen und Kajal auflegen, ich kenne drei Kuchenrezepte auswendig und ich kann, wenn ein Satz mit „Für eine Mutter …” anfängt, die Ohren verschließen, eine Begabung die mich weiterhin ruhig schlafen lässt. Denn nie wieder möchte ich eine Bemerkung über mein Aussehen im Zusammenhang mit „Für eine Mutter…” hören.
Ein für alle Mal. „Für eine Mutter hast du eine gute Figur” ist kein Kompliment und wird es auch nie werden.
Nie und nimmer.
0 Kommentare zu “Für eine Mutter…..”
Kommentar schreiben