Als meine Tochter ein paar Monate auf der Welt war, ist mir der Spruch „Ein Kind ist kein Kind” untergekommen. Was habe ich mich darüber geärgert. Wenn ein Kind kein Kind ist, wer weckt mich dann um eins in der Nacht, um zwei in der Früh, um fünf am Morgen? Wenn ein Kind kein Kind ist, warum bin ich dann seit Wochen abwechselnd übermüdet, überfordert oder einfach nur über- drüber?
Vier Jahre und eine weitere Geburt einer weiteren Tochter sind seitdem vergangen und langsam verstehe ich die unbestechliche Logik hinter diesem Satz. Denn wenn ein Kind kein Kind ist, dann sind zwei Kinder ein Kind.
Und dem kann ich voll und ganz zustimmen!

Foto: Mamamission
Meine beiden Kinder agieren nämlich wie ein Lebewesen, wenn eine Kirschsaft mit dem Strohhalm auf die weiße Küchenwand spritzt (die nun frühlingshaft rosa gepunktet ist), macht die andere es nach, wenn eine zu schreien beginnt, stimmt die andere in der selben Sekunde lautstark ein, wenn eine ein Zuckerl will, fühlt auch die andere ein plötzlichen Zuckersturz, wenn eine kein Bad nehmen will, empfindet die andere Baden plötzlich als persönliche Beleidigung. Ich habe noch nicht herausgefunden, wer wen öfter anstiftet, die ältere die jüngere oder die jüngere die ältere, ich glaube es hält sich die Waage, und heute wäre mir fast der Satz „ Und wenn die andere von der Brücke springt, machst du das dann auch?” rausgerutscht, aber glücklicherweise habe ich mich rechtzeitig gestoppt, denn ich brauche schließlich noch mütterliche Weisheiten für die Pubertät.
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